Taufe

Das Sakrament des Glaubens und der kirchlichen Gemeinschaft

Die Taufe ist das Eingangstor zum Christ-Sein. In Christi Wort, „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,19) ist der Auftrag zur Spendung der christlichen Taufe grundgelegt. Dieses Wort macht deutlich, dass die Taufe letztlich nicht nur eine einmalige Feier ist, sondern eine Lebenswende hin zu Christus und somit ein Zeichen des Glaubens an den dreifaltigen Gott.

Die Initiationssakramente (= die Sakramente der Eingliederung in die Kirche)

Wer zur Kirche gehören, wer in ihr die bedingungslose Liebe Gottes mit Gewissheit erfahren, als wirksam erleben und feiern will, wird eingangs mit drei Sakramenten beschenkt: Mit der Taufe, der Firmung und der Eucharistie. Erst wer die Zuwendung Gottes in ihrer ganzen Tiefe in dreifacher Feier wirksam erlebt und sich ihr geöffnet, sie mit allen Sinnen verspürt und in sich aufgenommen hat, ist voll Mitglied der Kirche und auf seine Aufgabe vorbereitet.
Ihm ist dabei nicht nur die Unbegreiflichkeit der Güte und Liebe Gottes widerfahren. Er ist auch inne geworden, dass Gott ihn als so Beschenkten braucht. Durch ihn soll seine unendliche Liebe anderen Menschen sichtbar und erfahrbar werden. Wessen Herz von Gottes Liebe voll ist, dessen Mund und Hände gehen davon über. Im Laufe der Geschichte haben viele Christinnen und Christen Großartiges vollbracht.
Im Alltag des Lebens ist dies aber nicht so einfach. Deshalb bilden alle Christ/innen eine Gemeinschaft. Alle sind gefordert, einander in dieser Aufgabe beizustehen. Auch der Blick in das Neue Testament und auf Jesus Christus und sein Handeln in der Begegnung mit den Menschen helfen, zu erkennen, was Christ–Sein zu leben im Umgang mit den Mitmenschen heißt. (Das ist die Grundstimmung des Betens: Sich Gott und seinem Willen öffnen, wie er durch Jesus offenbar wurde.)
Wird ein Kleinkind in die Kirche aufgenommen, so wird es auf den Wunsch und Glauben seiner Eltern oder sonstiger Erwachsener hin getauft. Die beiden anderen Initiationssakramente – die Firmung und die Eucharistie; die Abfolge ist bei uns z.Zt. Eucharistie und Firmung – werden mit ihm erst gefeiert, wenn davon ausgegangen werden kann, dass es selbst aufgrund eigener Kenntnisse und mit angemessenem freien Willen sich dafür entscheiden kann. Das wird für die Eucharistie im Alter von ca. 9 Jahren angenommen, bei der Firmung ab einem Alter von mindestens 12 Jahren.
Wird jemand im jugendlichen oder erwachsenen Alter in die Kirche aufgenommen, geschieht es aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung für die Aufnahme. In einer Feier von Taufe, Firmung und Eucharistie wird er Vollmitglied der Kirche.Nach oben

Taufe – Sakrament der Kindschaft Gottes

Wer sich taufen lässt, wird in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Er darf in der Feier der Taufe erfahren, dass er nicht nur meint, Kind Gottes zu sein, sondern dass er es tatsächlich ist. Er darf spüren, dass Gott, der ihn erschaffen hat, ihn als sein Kind bedingungslos liebt und ihn so annimmt, wie er ist. Deshalb kann und soll er als Kind Gottes leben. Mit allen Vergünstigungen und mit allen Pflichten, die mit dem Kind–Gottes–Sein verbunden sind.
Wer sich taufen lässt, glaubt aufgrund des Lebens Jesu an Gottes bedingungslose Liebe zu ihm. Er will erleben, dass er Kind Gottes ist. So lässt er sich hinein nehmen in das Leben Jesu. Jesus ist der Sohn Gottes. Wie Jesus sich voll und ganz und endgültig auf Gott, seinen himmlischen Vater, allein verließ, so vertraut sich, wer getauft werden will, ganz Jesus an. In der Taufe vollzieht er Jesu Leben nach. Er wird eins mit ihm bis durch Tod und Auferstehung hindurch. Auf diese Weise wird er durch die Taufe gleichsam ein zweites Mal geboren. Als Bruder oder Schwester Jesu wird er hineingeboren in die ursprüngliche Beziehung mit Gott.
Alle Menschen sind als Gottes Ebenbild seine Kinder. Jeder ist von ihm erschaffen. Gott will, dass alle seine bedingungslose Liebe spüren und erkennen. Das ist dem möglich, der Gott vertraut. Als der Mensch Gott nicht mehr vertraute, kündigte er auf, Kind Gottes sein zu wollen. Das wirkt sich sehr negativ für den einzelnen und für die Beziehung der Menschen untereinander aus. Die Bibel erzählt in eindrucksvollen Bildern von dieser Situation.
Von sich aus kann der Mensch sich danach nicht mehr so Gott öffnen, dass er sich wirklich Gott zuwenden würde. Jedes Bemühen vom Menschen her erreicht nur Menschliches. Allein Gott kann diese Verschließung des Menschen für das Kind–Gottes–Sein, diese Verengung des Menschen auf sich selbst allein überwinden. Und Gott tut es. Endgültig und unüberbietbar in und durch Jesus Christus, seinen Mensch gewordenen Sohn.Nach oben

Kindertaufe

Die Taufe im Säuglingsalter ist die in weiten Teilen Europas übliche Praxis der Eingliederung in die Kirche. Sie ist eine Tradition, welche bereits seit dem 2. Jahrhundert nach Christus nachweisbar ist. Möglich ist auch, dass schon zur Zeit der Apostel nicht nur Erwachsene sondern auch Kinder getauft worden sind, als ganze Familien und Hausgemeinschaften das Sakrament empfingen: (vgl. Apg 16, 15.33; 18,8; 1 Kor 1,16)
Bei der Taufe von Kindern und Säuglingen kommt besonders den Eltern, aber auch den Paten eine wichtige Stelle zu. Sie repräsentieren den Glauben der Kirche, auf den die Kinder getauft werden. Daher ist ihnen auch die erste Hinführung und Weitergabe des Glaubens an die Kinder anvertraut. Dies tun die Eltern und Paten, indem sie von Jesus erzählen, aus der Kinderbibel vorlesen, die Advents-, Weihnachts- und Osterzeit mit den Kindern feiern und zusammen mit den Kindern den Sonntagsgottesdienst besuchen.

Warum ich mein Kind taufen lassen möchte:

  • „Ich möchte mein Kind christlich erziehen.“
  • „Ich möchte Gott für mein Kind danken.“
  • „Ich freue mich darüber, dass Gott mein Kind liebt.“
  • „Ich möchte meinen eigenen Glauben an mein Kind weitergeben.“
  • „Ich möchte, dass es zur Gemeinschaft der Kirche gehört.“
  • „Mein Kind sollte von Anfang an seinen Weg mit Gott gehen.“
  • „Ich möchte mein Kind unter den Schutz Gottes stellen.“Nach oben

Erwachsenentaufe

Die Taufe wurde im frühen Christentum vornehmlich Erwachsenen gespendet. Auch heutzutage finden wieder vermehrt Menschen im Erwachsenenalter den Zugang zum Christentum und bitten um das Sakrament der Taufe. Der Weg in die katholische Kirche führt bei Erwachsenen über den Katechumenat. Es ist die Zeit der Vorbereitung auf die Feier der Eingliederungssakramente Taufe, Firmung und Eucharistie.
Wenn Sie getauft, gefirmt, in die katholische Kirche aufgenommen werden möchten, dann sollten Sie sich mit dem Pfarramt (Tel.: 0961 – 470 66 26 0) in Verbindung setzen.Nach oben

Die Taufe und was sie bewirkt

  • Die Taufgnade: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“ (2 Kor 5,17). Die Taufe schenkt also jedem Christen die Gnade, die ihn zu einem Leben mit Gott beruft.
  • Eingliederung in die Kirche: Kraft der Taufe wird man in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Sie gliedert in den Leib Christi ein, der ja die Kirche ist: „Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.“ (1 Kor 12,13)
  • Ökumene: Die Taufe bildet die Grundlage der Gemeinschaft aller Christen jeglicher Konfession.
  • Siegel: Die Taufe prägt dem Christen ein unauslöschliches geistiges Siegel ein, ein Zeichen für seine Zugehörigkeit zu Christus. Darum kann die Taufe nicht wiederholt werden. Sie ist ein Sakrament, das einmal für immer gültig gespendet ist.Nach oben

Checkliste zur Taufe in der Pfarrei St. Elisabeth

  • Wenden Sie sich bitte zuerst an das Pfarramt und melden Ihr Kind zur Taufe an.
  • Die Anmeldung muss persönlich durch einen Elternteil bzw. den Erziehungsberechtigten im Pfarrbüro erfolgen. Hierzu bitte folgendes mitbringen:
    • Geburtsbescheinigung für religiöse Zwecke (erhältlich beim Standesamt des Geburtsort des Täuglings)
    • Stammbuch (falls vorhanden)
  • Dann vereinbaren Sie einen Termin für das Taufgespräch mit H. H. Pfr. Peter Brolich.
  • Die Taufe ist während allen Sonntagsmessen möglich (Zeiten siehe allgemeine Informationen bzw. die Gottesdienstordnung). An einem Samstag im Monat besteht nachmittags um 15.00 Uhr ebenfalls die
    Möglichkeit Ihr Kind taufen zu lassen. Den genauen Termin erfragen Sie bitte im Pfarrbüro.
  • Taufpate: Das Kind braucht einen Taufpaten bzw. eine Taufpatin. Dieser tritt stellvertretend für die Pfarrgemeinde an die Seite des Täuflings und bringt die Verantwortung der Pfarrei für das Leben des neu Getauften als Christ ein. Außerdem soll er/sie bei einer Kindertaufe die Eltern bei ihrer Aufgabe unterstützen, das Kind im katholischen Glauben zu erziehen und es in der Kirche zu beheimaten. Daher muss der Taufpate/Taufpatin selbst katholisch sein. Die Patin / der Pate muss das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben und muss getauft und gefirmt sein (Nachweis durch aktuellen Taufschein). Personen mit anderer Konfession können nur als Taufzeuge/Taufzeugin fungieren.
  • Was Sie sonst noch brauchen (Taufkerze, Taufkleid, etc.) erfahren sie während des Taufgespräches.Nach oben

Häufig gestelle Fragen Fragen rund um die Taufe

  • Wer tauft mein Kind?
    Sie haben die Möglichkeit, Ihr Kind von einem Priester Ihres besonderen Vertrauens taufen zu lassen. Der erste Adressat und der, der diesen Ihren Wunsch positiv beantworten kann, ist aber der zuständige Ortspfarrer.
    „Da die Taufe in die Gemeinschaft der Kirche eingliedert, ist die feierliche liturgische Spendung der Taufe Sache des kirchlichen Amtes. In der alten Kirche war die Spendung der Taufe sogar das Vorrecht des Bischofs. Erst später ging die feierliche Spendung der Taufe auch auf die Priester und Diakone über. Da die Taufe heilsnotwendig ist, kann im Notfall jeder Christ, ja jeder Mensch, also auch ein Ungetaufter, die Taufe gültig spenden, wenn er dies in der Form und gemäß der Absicht der Kirche tut. Der eigentliche Spender der Taufe ist ja Jesus Christus selbst.“ (Katholischer Erwachsenenkatechismus, Erster Band, herausgegeben von der Dt. Bischofskonferenz 1985, S. 335)
  • Wozu dient das Taufgespräch?
    Im Taufgespräch wird über die Bedeutung der Taufe, die Aufgaben der Eltern und Paten und die Gestaltung der Tauffeier gesprochen. Der Tauftermin wird festgelegt. Es wird geklärt, ob mehrere Kinder miteinander getauft werden und welche Gebete und Lieder bei der Tauffeier besonders gewünscht werden.
  • Findet die Taufe immer in der eigenen Pfarrei statt?
    Der normale Taufort ist die Pfarrkirche Ihrer Pfarrei.
  • Sind auch Taufen außerhalb des Gotteshauses möglich, etwa an einem meditativen Ort in der Natur?
    Eine Taufe außerhalb des Gotteshauses ist in der Regel nicht möglich.
    Begründung: Ein Mensch, sowohl als Kind als auch als Erwachsener wird in die Gemeinschaft der Kirche hineingetauft. Die Kirche, das Gotteshaus, ist der Versammlungsort der Pfarrgemeinde bei gottesdienstlichen Feiern.
  • Ein Elternteil übt eine andere Religion aus bzw. ist aus der Kirche ausgetreten. Kann das Kind trotzdem getauft werden?
    Das Kind kann trotzdem getauft werden. Es gilt wie bei jeder Taufe eines Kindes, dass gewährleistet sein muss, dass das Kind in den katholischen Glauben hinein erzogen werden wird.
  • Kann das Kind getauft werden, wenn kein Elternteil der röm. kath. Kirche angehört?
    Grundsätzlich gilt, dass jeder Mensch, der noch nicht getauft ist, die Taufe empfangen kann. Wenn ein Kind getauft wird muss die begründete Hoffnung bestehen, dass das Kind in der katholischen Religion erzogen wird. Bitten Eltern um die Taufe ihres Kindes, die beide nicht katholisch sind, so kommt dem Paten bzw. einer anderen, dem Kind nahe stehenden, katholischen Person, wie z.B.: den Großeltern, die Aufgabe zu, diese Verantwortung mit besonderer Sorgfalt zu übernehmen.
  • Wer kann Taufpate werden?
    Die Wahl der Paten ist für die Eltern eine ernste und verantwortungsvolle Aufgabe. Dabei ist zu bedenken, dass das Patenamt für ein katholisches Kind nur von einem gläubigen katholischen Christen wahrgenommen werden kann, der auch bereit ist, Mitverantwortung für die gesamte Erziehung seines Patenkindes zu übernehmen. Die Patin / der Pate muss das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben und muss getauft und gefirmt sein. (Nachweis durch aktuellen Taufschein) Ein Getaufter, der einer nichtkatholischen kirchlichen Gemeinschaft angehört, kann zusammen mit einem katholischen Paten, als Taufzeuge zugelassen werden.
  • Dürfen auch mehrere Personen Taufpate sein?
    Es können nur
    • ein Pate oder eine Patin
    • oder ein Pate undeine Patin zum Patendienst beigezogen werden.

    Darüber hinaus kann es mehrere Taufzeugen geben.Nach oben

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